Fussball contra Landschaftsarchitektur

Bereits seit der Antike wird mit „Brot und Spiele“ Politik gemacht – woran sich bis heute anscheinend nur wenig geändert hat. Obwohl die Eröffnungs-Gala zur Fussball-WM im Berliner Olympiastadion zum Schutz des Rasens abgesagt wurde, werden in Berlin zur gleichen Zeit im Namen des Fussballs neu gepflanzte Bäume und Hecken gerodet. Der erst vor vier Jahren für 5 Mio. Euro neu angelegte Platz-der-Republik vor dem Reichstag muss der dort temporär errichteten Adidas-Arena weichen. So macht die verarmte Hauptstadt Politik: Erst reißt man für teures Geld aus ideologischen Gründen den Palast der Republik als multifunktionalen und temporären Ausstellungs- und Veranstaltungsort ab, um zur selben Zeit an anderer Stelle für einen temporären Veranstaltungsort eine neu gebaute und gut angenommene Grünfläche zu verstümmeln.

Der TAGESSPIEGEL schrieb am 28.03.06 dazu: „Für das von Adidas für fünf Millionen Euro geplante Mini-Olympiastadion auf dem Platz der Republik sind 52 Bäume und alle Hecken abgeholzt worden. Die Landschaftsarchitekten Jan Wehberg und Cornelia Müller, die den ersten Preis für die Grüngestaltung gewonnen hatten, zeigten sich gestern verwundert, wie mit ihrem Werk, vor vier Jahren frisch angepflanzt, umgegangen wird. Es sei fraglich, ob das Grün in derselben Qualität wiederhergestellt werden könne. […] Wie berichtet, will Adidas in vier Wochen vorm Reichstag für die Fußball-WM eine „Arena der Republik“ mit über 11 000 Plätzen errichten. Die Firma kündigte an, eine Millionensumme für die Wiederherstellung der Grünanlagen bereitzustellen.“

Platz der Republik, Berlin 2005

Platz der Republik, Berlin 2006



Eine Reaktion zu “Fussball contra Landschaftsarchitektur”

  1. a weber

    Das darf doch nicht wahr sein!
    Das glaube ich nicht !

    Find ich einfach scheisse!

    Tja, ein Rcuk muß durch Deutschland gegangen sein; und coca cola reisst demnächst den Reichstag ab und mac doof planiert das Brandenburger Tor

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